Das ändert sich für Immobilieneigentümer und Kaufinteressenten im Jahr 2014

• Grunderwerbsteuererhöhung in Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen
• Verschärfte energetische Anforderungen für Neubauten durch die EnEV 2014
• SEPA: Vermieter müssen Zahlungsverfahren anpassen

Das neue Jahr steht vor der Tür und für Immobilieneigentümer, -vermieter und -verwalter treten zahlreiche neue gesetzliche Bestimmungen in Kraft. Direkt zum 1. Januar werden die Steuersätze für die Grunderwerbsteuer in den Ländern Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein und in Niedersachsen erhöht. An die Spitze der "Rangliste" wird sich mit 6,5 Prozent Schleswig-Holstein setzen, auf dem zweiten Platz folgt Berlin mit sechs Prozent. Die Länder Bremen und Niedersachsen erhöhen auf jeweils fünf Prozent. "Der Wettlauf um die höchsten Steuersätze geht unvermindert weiter und ein Ende ist nicht in Sicht", kritisiert Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD. "Die Erhöhungen sind aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen nicht hinzunehmen und stehen dem Ziel entgegen die Wohneigentumsquote in Deutschland zu erhöhen. Die Sonderregelung für die Grunderwerbsteuer im Gesetz über den Länderfinanzausgleich sollte daher gestrichen werden." Diese Sonderregelung zwingt die Länder praktisch dazu, stetig nachzuziehen und die Grunderwerbsteuer zu erhöhen.

EnEV 2014 verschärft energetische Anforderungen für Neubauten
Ab dem 1. Mai 2014 tritt die novellierte Energieeinsparverordnung EnEV in Kraft. Insbesondere Neubauten sind von einer Verschärfung der energetischen Anforderungen betroffen. Der zulässige Jahresenergiebedarf für Neubauten soll ab 2016 um 25 Prozent sinken. "Die erhöhten Anforderungen an die energetische Qualität der Neubauten lassen erneut die Investitionskosten steigen", warnt Schick. "Dies kann eine zusätzliche Bremse für den dringend benötigten Neubau darstellen."
Auch auf die Verkäufer und Vermieter von Immobilien kommen neue Pflichten zu. Ab Mai 2014 erstellte Energieausweise müssen auch Energieeffizienzklassen enthalten. Den Nutzen daraus bezweifelt der IVD. "Eine höhere Transparenz für Wohnungssuchende wird sich nicht erfüllen, zumal die Energieeffizienzklasse für das gesamte Gebäude gilt", sagt Schick. "Allein durch die hohen Preisunterschiede der Energieträger kann keine Vergleichbarkeit entstehen." Die Effizienzklassen und weitere Kennwerte aus dem Energieausweis werden zudem zu Pflichtangaben bei kommerziellen Immobilienanzeigen. Verkäufer und Vermieter müssen künftig dem Käufer bzw. neuen Mieter den Energieausweis verpflichtend übergeben und diesen bereits bei der Besichtigung vorlegen. Mit der EnEV 2014 wird ebenfalls neu zur Pflicht, dass ab 2015 bestimmte Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, ersetzt werden müssen.

SEPA: Vermieter müssen Zahlungsverfahren anpassen
Ab dem 1. Februar 2014 gelten für Lastschriften und Überweisungen neue Regelungen. Dies betrifft vor allem Vermieter, die dafür sorgen müssen, dass die Lastschriften ihrer Mieter die Standards der SEPA (Single Euro Payments Area) zur Schaffung eines einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums entsprechen. "Die klassische Lastschrift wird abgeschafft", sagt Schick. Nach der Umstellung auf SEPA sind keine Lastschriften mehr per Beleg bei der Bank einreichbar. Alle Lastschriften sind danach nur noch elektronisch möglich. Im Zuge der Umstellung müssen Vermieter dem Mieter ihre neue Gläubiger-Identifikation, Kontonummer nach der SEPA, die IBAN CREDITOR ID und eine Mandatsreferenz angeben. "Wenn noch nicht geschehen, sollten Vermieter die Umstellung auf die SEPA noch in diesem Jahr angehen, um die Mieter rechtzeitig zu informieren", rät Schick.

Mietpreisbremse würde zur Baubremse
Ebenfalls im neuen Jahr wird von der neuen Regierung voraussichtlich an einem neuen Gesetzentwurf zur Mietpreisbremse gearbeitet. "Wie lange dieser Gesetzentwurf verhandelt wird, bleibt derzeit noch offen", sagt Schick. In Gemeinden mit angespannten Wohnungsmärkten sollen die Mieten bei einer Wiedervermietung nur maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Lag die bisherige Miete über dieser Grenze, müsse sie zwar nicht abgesenkt werden, sie könne jedoch erst dann erhöht werden, wenn sie von der ortsüblichen Vergleichsmiete eingeholt wird. "Dies kann Jahre dauern und würde Investoren vom Bau neuer Mietwohnungen abhalten - die Wohnungsknappheit würde verewigt", erläutert Schick. Außerdem komme die Mietpreisbremse nicht den Mietsuchenden mit geringem Einkommen zu Gute. Ein Vermieter würde sich auch bei einer Deckelung der Mieten immer für denjenigen mit der höchsten Bonität als Mieter entscheiden. Zusätzlich zur Deckelung der Neuvertragsmieten ist geplant, die Modernisierungsmieterhöhung zeitlich zu begrenzen. "Dabei wird übersehen, dass es sich nicht um eine Umlage handelt, sondern um eine Mieterhöhung, die sich lediglich an den Modernisierungskosten orientiert", so Schick.
Die Modernisierungsmieterhöhung beinhaltet neben der Abschreibung und Zinsen auch die künftigen Erhaltungskosten. Schließlich ist der Vermieter auch über den Zeitraum der "Amortisation" hinaus verpflichtet, die geänderte Mietsache zu erhalten. Der Koalitionsvertrag sieht zudem vor, den Mietspiegel zu reformieren. Die ortsübliche Vergleichsmiete soll auf eine breitere Basis gestellt und realitätsnäher dargestellt werden. Im Gespräch sei den Bezugszeitraum von vier auf zehn Jahre zu erhöhen. "Die künftige Koalition will den Mietspiegel zur politischen Steuerung der Miethöhe zweckentfremden", kritisiert Schick. "Das ginge zu Lasten von Investitionen in den Neubau und Bestand."
Pressemitteilung vom 16.12.2013

Quelle:  Bundesanzeiger Verlag GmbH, ImmWert-Newsletter vom 16.01.1914


zurück

Weitere Infos zur Immobilienbewertung:

Neues Gesetz zur Maklerprovision ab 23.12.2020   (Dezember 2020)
Das neue Gebäudeenergiegesetz   (November 2020)
Grundstücksmarktbericht der Stadt Mainz 2020   (Mai 2020)
Grundstücksmarktbericht der Stadt Mainz 2019, Daten und Fakten   (Juni 2019)
Energieausweise aus 2008 und 2009 verlieren ihre Gültigkeit   (März 2019)
Immobilienbewertung und die Erkennung von Bauschäden   (Januar 2019)
Energieausweis-Haftung für Pflichtangaben   (Oktober 2017)
Preisblase bei Immobilien 2017   (Januar 2017)
Wohnimmobilienkreditrichtlinie: WIKR   (Dezember 2016)
Immobilienpreise in Hessen 2015 weiter gestiegen   (Februar 2016)
Tipps zur Vermietung und was Mieter wirklich wollen   (Januar 2016)
Immobilienpreise in Rheinland-Pfalz im Jahr 2015   (Dezember 2015)
Neuerungen im Bundesmeldegesetz ab 1. November 2015 in Kraft   (November 2015)
Neuerungen und geplante Änderungen für Immobilieneigentümer in 2015   (Januar 2015)
Sachverständigenkosten zur Ermittlung des Grundstückswerts als Nachlassverbindlichkeit von der Steuer absetzbar   (Juli 2014)
Die Vergleichswertrichtlinie (VW-RL) wurde im Bundesanzeiger veröffentlicht   (April 2014)
Das ändert sich für Immobilieneigentümer und Kaufinteressenten im Jahr 2014   (Januar 2014)
Wohntrends 2030   (Dezember 2013)
Problemimmobilien lassen sich aktuell leichter verkaufen   (September 2013)
Neuer Grundstücksmarktbericht der Stadt Mainz für 2012   (August 2013)
Neuer Trend beim Immobilienverkauf - Homestaging   (Mai 2013)
Der Garten-Effekt auf den Immobilienwert   (April 2013)
Augen auf bei der Gutachterwahl!   (März 2013)
Weiterhin kräftige Aufwärtsbewegung der Preise für Wohnimmobilien   (März 2013)
2013: Änderungen im Immobilienbereich   (Januar 2013)
Grundstücksmarktbericht 2012 der Stadt wiesbaden   (November 2012)
BVS fordert eine gesetzliche Regulierung des Sachverst?ndigenwesens   (August 2012)
Einflussfaktoren bei der Vermarktung von Immobilien   (Juli 2012)
Dämmpflicht von Wohnhäusern nach der ENEV 2009   (Juni 2012)
Immobilienkauf vor dem Hintergrund der Eurokrise in 2012   (April 2012)
Wohnflächenberechnung   (März 2012)
Tipps zum Hauskauf 2012   (Januar 2012)
Kontinuierlich fallende Baufertigstellungszahlen   (Januar 2012)
Einflussfaktoren bei der Vermarktung von Immobilien   (September 2011)
Schritte beim Grundstückskauf   (August 2011)
Ein überregionaler Betriebskostenspiegel begründet keinen Einzelfall   (Juli 2011)
Erbrecht: Hat jemand ein Wohnrecht, so wird das "mitgeerbt"   (Mai 2011)
Fotos im Gutachten sind urheberrechtlich geschützt   (Januar 2011)
Novellierung der EU-Gebäuderichtlinie   (Juli 2010)
Grundst?cksmarktbericht 2010 der Stadt Mainz   (Juni 2010)
EU-Parlament verabschiedet Energieeffizienz-Richtlinie   (Juni 2010)
Neue ImmoWertV tritt ab 01.07.2010 in Kraft   (Mai 2010)
Immobilienblase in Deutschland?   (M?rz 2010)
Mieten steigen in den Ballungsräumen!   (Februar 2010)
2010 Die Mieten in Deutschland steigen weiterhin   (Januar 2010)
Lukas Siebenkotten - Neue Energieeinsparverordnung   (Oktober 2009)
statistisches Bundesamt, Lebenserwartung in Deutschland angestiegen   (September 2009)
Grundstücksmarktbericht 2009 der Stadt wiesbaden   (August 2009)
Mieter sind zur Mitteilung der Verbrauchsdaten verpflichtet   (August 2009)
Vermieter muss gewerbliche Tätigkeit in Mietwohnung nicht dulden   (Juli 2009)
Bundesrat stimmt neuer Honorarordnung zu   (Juni 2009)
Pflichten des Verkäufers beim Hausverkauf   (Juni 2009)
HOAI 2009   (Mai 2009)
Energieverbrauch so wichtig wie die Lage?   (Mai 2009)
Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009)   (Mai 2009)
Mieter dürfen zu kleine Wohnung fristlos kündigen   (Mai 2009)
Novellierung der Wertermittlungsverordnung (WertV)   (April 2009)
Hausverkäufer muss über Asbest aufklären   (März 2009)
Erbschaftsteuerlichen Bewertung von Immobilienvermögen   (Januar 2009)


Immobilienbewertung Eigentumswohnung Mainz
Immobilienbewertung
Eigentumswohnung Mainz

Immobilienbewertung Wiesbaden Sonnenberg Villa
Immobilienbewertung
Villa Wiesbaden Sonnenberg

Verkehrswertermittlung Eigentumswohnung Frankfurt
Verkehrswertermittlung
Eigentumswohnung Frankfurt

Immobilienbewertung Produktionshalle Landkreis Mainz-Bingen
Immobilienbewertung
Produktionshalle Landkreis Mainz-Bingen